In ihrem neuen Buch „Feindbild Frau“ zeigt Ingrid Brodnig, wie Politiker*innen auf die systematischen Bedrohungen und Beleidigungen reagieren, die sie im Netz erleben. Im Interview spricht sie über dickes Fell, Durchsetzungslücken und Doppelstandards, die es Frauen schwer machen, sich dagegen zu wehren.
Tu ich bereits… Aber dein Beißreflex hat wohl verhindert, dass du alles gelesen hast. Waren ja auch zwei ganze Sätze, von denen einer eben von Betroffenen sprach, unabhängig ihres Geschlechts…
Ich gebe ihnen nicht die Schuld für Hass im Netz, sondern nur dafür, dass sie lautstark von allen Opfern ablenken, die nicht in ihr Schema passen. Und dafür dass sie -genau wie du- bösartigerweise so tun als wäre jeder, der tatsächlich etwas gegen Hass im Netz tut, ohne daraus “Männer sind an allem schuld!”-Thema #195 zu machen, Teil des Problems.
Sicher doch… Deshalb beschreibt der Artikel auch die ganzen Fälle von Hetze, Bedrohung, tätlichem Angriff, bis hin zu Mord, und geht dann speziell auf die frauenspezisichen Probleme ein. Oh, warte… tut er nicht. Es wird einfach das meiste ignoriert und nur von einzelnen weiblichen Fällen geredet. Nicht mal solche, die besonders gravierend oder auffallend waren, sondern solche, die ins Narrativ passen, weil sich da irgendwann auch ein paar misogyne Trolle an die Hetzkampagnen gehängt haben und dumme frauenfeindliche Sprüche ja so viel schlimmer sind, als das anderen Menschen so alles widerfahren ist, wenn sie die Gewalt ins reale Leben verlagert hat…