Brettspiele, Bücher, Wanderungen: In einem “Offline Club” ist eigentlich alles erlaubt. Nur kein Smartphone. Auf der Suche nach einer echten Verbindung verzichten die Teilnehmer ein paar Stunden aufs Handy - und zahlen dafür. Von H. Rau.
Ich find wir brauchen gesetze die ein offline Leben auch wiklich erlauben, ich kann hier in der Schweiz ohne Smartphone weder parken, noch problemlos ÖV fahren ohne dass ich mein Smartphone in der Tasche habe. Selbst zum digital detox Wandern in den Bergen muss man mittlerweile sein Telefon mitnehmen, da man in viele Hütten nur noch mit Twint zahlen kann.
Wenn man sowas zu laut sagt, ist man plötzlich ein Ewiggestriger und Fortschritsverweigerer.
Ich bin selbst in der IT und war an vielen sogenannten Digitalisierungsprojekten beteiligt.
Nicht selten werden dabei Prozesse weder verbessert, noch beschleunigt oder günstiger gemacht. Es gibt aber natürlich durch die Digitalisierung viel mehr Daten zum auswerten - dass das oft das Hauptziel ist gibt aber niemand offen zu.
Und als Cherry on Top wertet auch niemand die Daten aus 😅.
Die werden einfach nur abgelegt, um dann in sechs Monaten von irgendwem da rausgetragen und im Darknet vertickt zu werden. Und dann bekommt man (bestenfalls) Spam Anrufe ¯\_(ツ)_/¯.
Ehrlich, nicht mal Amazon bekommt es hin. Nachdem man eine Waschmaschine kauft, könnten sie Waschpulver anzeigen, aber nein, sie haben alle Daten der Welt und zeigen einfach 10 andere Waschmaschinen und Waschmaschinen im Abo an. Such data, much wow.
Siehe ePA, wo sich zeigt, für wie toll fortschrittlich sich manche halten, wenn sie voller Selbstbewusstsein eine digitale Akte fordern. Da ist dann auch jede leiseste Kritik ein Dorn im Auge. Das z.B. die fehlende Datensicherheit gar nicht unbedingt so sehr fortschrittlich ist, wird dann einfach gekonnt ignoriert.
Für die breite Masse gilt vermutlich: Digital => Fortschritt. Egal wie.
Warum muss man eigentlich alles kommerzialisieren? Ein Buch im Park lesen soll Geld kosten? Verstehe schon, die Leute bezahlen um sich zu motivieren, aber meine Güte…
“das eigentliche ziel des neoliberalismus war die kommerzialisierung sämtlicher lebensbereiche. früher hat man sich auf dorffest getroffen, im elternheim kinder gezeugt die dann die frau großgezogen hat. heute geht man ins kino, kauft sich ein haus und zahlt für die kita” oderso. (aus dem gedächtnis zitiert)
was das mit dem liberalismus zu tun hat ist dass dieser die person “befreit”, d.h. aus der gemeinschaft entbindet damit sich diese als selbständiges wesen sieht. wenn du jetzt jede deiner entscheidungen sorgfältig abwägst und einen wert zuweist, dann entsteht ein nennwert der am markt verhandelt werden kann. während das nicht so ist wenn du dinge in einer gemeinnützigen organisation tust (wie es früher der fall war).
Also das klingt für mich nach einem klassischen Verein. Wirft jede:r einen Zehner in die Kasse, irgendwer setzt ne Chatgruppe auf und ab dafür
Ohne Vereinssatzung, Mitgliederversammlung, Vorstand und Kassenwart ist das kein echter deutscher Verein!
Jaaa, syntaktischer Zucker 😉 aber vermutlich hapert es daran und kommerzielle Angebote florieren: hat keiner Lust auf die Rituale