In ihrem neuen Buch „Feindbild Frau“ zeigt Ingrid Brodnig, wie Politiker*innen auf die systematischen Bedrohungen und Beleidigungen reagieren, die sie im Netz erleben. Im Interview spricht sie über dickes Fell, Durchsetzungslücken und Doppelstandards, die es Frauen schwer machen, sich dagegen zu wehren.
In dem Artikel geht es nicht um Feminismus und auch nicht darum, dass das Problem nur Frauen zugeschrieben wird. Es geht aber darum, dass gerade gegen Frauen die Palette an Aggressivitäten eben größer ist als gegen Männer, weil dort u.a. noch zivilisatorische Reflexe eingebracht werden. Sowas würde ich nicht als selbstgemachtes Problem bezeichnen.
Doch. Es geht im Artikel darum, in der Politk -speziell hier bei Abgeordneten- so zu tun, als würden wir die ganzen Fälle von Hetze, Bedrohung, Morddrohungen und tätlichem Angriff (bis zum Mord), wie auch der daraus resultierende Rückzug aus der Politik, nicht kennnen. Und es wird ganze bewusst wird die Hälfte (realistischer: der größere Teil) der Fälle der letzten Jahre ignoriert (nein, es stehen nicht die Frauen im Vordergrund, sondern es wird ganz offen alles andere bewusst verschwiegen!).
Alles um stattdessen gezielt eine Geschichte über ein frauenspezifisches Problem zu erzählen, das es nicht gibt. Aber spuck ruhig weiter auf auf die Opfer von Gewalt im Internet (inklusive der Fälle, wo es sich bis ins wirkliche Leben verlagert hat) und erzähl ihnen, dass es in Wahrheit nur Frauen sind, die unter so etwas leiden.
Wenn man über Hass im Netz und darüber hinaus und dessen Folgen schreibt, aber ganz zufällig die Mehrheit der (und die schweren…) Fälle ignoriert, um stattdessen einzelne Frauen hervorzuheben, macht man das ganz bewusst um ein Problem für Frauen zu beschreiben, dass in Wahrheit ein allgemeines ist.
Und es funktioniert ja auch wunderbar, weil du ja direkt genau das Märchen nachplapperst. Das einzige was bei Frauen größer ist, ist die Aufmerksamkeit, wenn mal wieder ein Troll was gemeines sagt. Bei Männern ist das nicht erwähnenswert, denn die können das ja ab. Nein, schlimmer noch. Männer an sich sind nicht erwähnenswert, selbst wenn Hass und Hetze deutlich über anonymen Online-Bullshit hinausgehen…