Total deckelt Benzin in Frankreich auf 1,99 Euro je Liter. An drei Ferienwochenenden gilt das auch für Diesel – die Bundesregierung lehnt neue Hilfen ab.
Frankreich-Urlauber können ihre Tankkosten in den kommenden Wochen etwas besser kalkulieren. Der Energiekonzern TotalEnergies führt an seinen rund 3300 Tankstellen im französischen Mutterland erneut feste Preisobergrenzen ein. Benzin darf dort ab sofort höchstens 1,99 Euro je Liter kosten, Diesel maximal 2,25 Euro.
Ein staatlicher Tankrabatt ist das zwar nicht, für Autofahrer wirkt die Grenze dennoch direkt an der Zapfsäule. Der Kontrast zu Deutschland ist deutlich: Trotz stark gestiegener Spritpreise plant die Bundesregierung vorerst keine neuen Entlastungen.
Lass mich raten: du lebst in der Großstadt und hast sämtliche für dein Leben wichtige Infrastruktur in einem Umkreis von ein bis zwei Kilometern fußläufig um dich herum erreichbar
Glückwunsch! Leider haben das Glück nicht alle, Teile des Pöbels in schwächer ausgebauten Regionen müssen aber ebenfalls zur Arbeit kommen und sind auf das Auto angewiesen.
Darf ich mich dann als Dorfbewohner ohne Auto darüber beschweren, dass Milliarden in einen Ölsubvention gesteckt wurden, die dann noch nicht mal bei den Autofahrern komplett ankam?
Der “Tankrabbat” war Murks und anstatt noch mehr Geld in das Loch fossiler Energien zu schmeißen, ist jeder Euro besser in Elektro-Mobilität, Öffis und autofreie Mobilität investiert.
Vergessen wir auch nicht: die meisten Leute wohnen in Großstädten und drum herum, der absolute Dörfler der auf das Auto angewiesen ist ist in der Minderheit. Das meiste Geld, dass in Benzin investiert wird geht an Großstädter, die so viele andere Optionen hätten, aber das Auto nehmen weil wir den Sprit so billig halten.
Ich spreche mich in keinster Weise für den Tankrabatt aus, weder zuvor irgendwann, noch in Zukunft, der ist nur ein Geschenk für Ölfirmen. Ich verwehre mich aber dagegen, alle Menschen, die ein Auto besitzen, pauschal als Pöbel zu deklarieren, der hirnlos aus purem Vergnügen fährt, das ist einfach nur naiv, verkürzt und spielt Menschen sinnlos gegeneinander aus.
Edit: übrigens, 57% der Bevölkerung als Minderheit zu bezeichnen, ist auch schon ein kleines statistisches Meisterwerk.
Ok, wo kommen deine 57% her?
Nach absolut pessimistischer Hochrechnung der Liste der Groß- und Mittelstädte Leben dort mindestens 44 Millionen der 84 Millionen Deutschen. Der deutsche Dorfbewohner, ob er nun aufs Auto angewiesen ist oder nicht, ist immer in der Minderheit.
Quellen (nach Relevanz):
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
https://www.bmleh.de/DE/themen/laendliche-regionen/laendliche-regionen_node.html
Bundeszentrale für politische Bildung
https://www.bpb.de/themen/stadt-land/laendliche-raeume/334146/laendliche-raeume-in-deutschland-ein-ueberblick/
Landatlas Thünen-Institut
https://dev.landatlas.de/laendlich/typologie.html
Ich weiß nicht, ob du mal in einer Kommune mit unter 20.000 Einwohnern gelebt hast, aber dort ohne Auto zu existieren, bedeutet meistens, auf kulturelle wie Einkaufs-Angebote massiv zu verzichten. Deswegen spricht man in dem Zusammenhang auch von “ländlichen Regionen” und die gehen fast immer einher mit schwacher Infrastruktur. Heißt: die Menschen dort können nichts dafür, dass sie das Auto nutzen müssen, weil die Beförderungsmöglichkeiten zur Teilhabe an Leben und Gesellschaft sonst schlichtweg nicht existent sind. Ich weiß das zufälligerweise sehr gut, da ich derzeit in beiden Sphären koexistiere - einmal im Zentrum einer Millionenstadt und gleichzeitig in einer strukturschwachen Region mit etwa 20.000 Einwohnern, daher würde ich mir nie anmaßen, beides über einen Kamm zu scheren; das sind zwei völlig diametrale Lebensarten.
Punkt gut rübergebracht, aber ich möchte nochmal betonen: Ich wohn ohne Auto aufm Dorf, hier leben 800 Menschen. Du musst mir nicht erklären, auf was ich mich eingelassen habe.
Ich erkläre dir gar nichts, im Grunde bestätigst du nur, was gesagt wurde, oder sehe ich das falsch? Kein Grund, eingeschnappt zu reagieren, ist doch gut, wenn wir das ähnlich sehen.
Die leben aber auch günstiger als in der Stadt. Auf dem Land kann sich Hauptschulabbrecherin Chantal ein Einfamilienhaus leisten. Ich weiß das, denn ich lebe auch etwas außerhalb.
Ich habe mit halt nen PHEV gekauft. War günstiger als des äquivalente Verbrennermodell und bin seit dem letzten Tanken 2000 km gefahren und habe noch den halben Tank voll. Mir gehen die Spritpreise am Arsch vorbei. Besagte Chantal macht es hingegen mit Stickern allen deutlich, dass sie Greta hasst und stolz darauf ist, Diesel zu fahren. Da wünsche ich mir doch glatt ne 3 vor den spritpreisen.
Das ist ja genau mein Punkt. Nicht jeder heißt Chantal. Meine bessere Hälfte hat zum Beispiel einen Verbrenner, nicht, weil sie das toll findet, sondern, weil er schon seit zehn Jahren da ist und das Kleingeld für ein E-Auto fehlt. So geht es Millionen von Menschen und ich finde das einfach nicht fair, hier auch noch hämisch zu sprechen. Die Ölindustrie hat uns abhängig gemacht, seit vielen Generationen und nun stehen wir da ohne Infrastruktur und mit zu vielen Autos. Das ist kacke, aber eben nicht aus Überzeugung passiert.