• rumschlumpel@feddit.org
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    6
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    21 days ago

    Aus Sicht vieler Bands und Acts sorgt vor allem das Erlösmodell der großen Streamingplattformen für fehlende Fairness. Das Prinzip ist simpel. Alle Einnahmen aus Premium-Abos und Anzeigen fließen zunächst in einen großen Topf. Danach verteilt sich das Geld nach Marktanteilen.

    Die Erklärung leuchtet mir so nicht ein. Klar, dann bezahlt jeder Taylor Swift mit seinen Abo-Gebühren, auch wenn man vielleicht ausschließlich Death Metal hört, aber dafür bezahlen auch Taylor Swift-Fans anteilig die Metal-Bands. Entweder entspricht die Verteilung der Gebühren also gar nicht den tatsächlichen Marktanteilen, oder das eigentliche Problem sind die Empfehlungs-Algorithmen, oder Spotify greift einfach zu viel ab. 42% für Plattenfirmen und 30% für Künstler klingt für mich auch eher besser als das, was Künstler früher mit Tonträgern verdient haben. Die Abo-Gebühren sollten eigentlich hoch genug sein, um Künstlern die bekannt, aber keine Superstars sind, ein gutes Einkommen zu generieren - die meisten Leute haben doch früher auch nicht jeden Monat eine Schallplatte oder CD gekauft, sondern haben einfach werbefinanziertes Radio gehört.

    • JensSpahnpasta@feddit.org
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      3
      ·
      20 days ago

      Es gibt diese schöne Grafik mit der Umsatzentwicklung nach Medium der deutschen Musikindustrie. Die zeigt wunderbar, dass es vor allen Dingen in den 90er Jahren, als alle dann ihre Schallplatten entsorgt haben und CDs gekauft haben, einen richtigen Boom gab, der dann mit Napster so richtig gecrasht ist. Mittlerweile ist Streaming natürlich deutlich verbreiteter. Man hat wieder ähnliche Einnahmen - die natürlich dank Inflation nicht wirklich so hoch sind wie damals.

      Das große Problem wird aber schlicht und einfach sein, dass es mittlerweile deutlich mehr Künstler gibt. Früher konnte ja nicht jeder im heimischen Zimmer seine Musik produzieren und dann auf gepresster CD weltweit veröffentlichen, wie das heutzutage mit Musik auf Spotify der Fall ist. Es gibt einfach viel mehr Leute, die am Kuchen knabbern wollen.