Unpopular take:
Die gesetzliche KK in Deutschland funktionieren genau so wie sie sollen, und sind quasi ein Paradebeispiel für guten Kapitalismus.
Die Leistungen der KK sind alle reglementiert, Ma kriegt bei jeder quasi das gleiche (plus minus ein paar bonusprogramme); die KK können aber untereinander konkurrieren indem sie effizienter werden. Wenn eine KK nur 80% der Mitarbeiter von einer anderen braucht, weil sie zb ein besseres IT System hat, dann ist sie halt billiger.
Der Kunde kann die günstigste wählen und hat quasi keine Nachteile.
Leute meinen oft, wenn wir KK zusammenlegen, werden die billiger, aber das is Quatsch. Wer in nem Großkonzern gearbeitet hat, weiß, dass dort alles unglaublich bürokratisch und unflexibel ist; und mit weniger Konkurrenz gibt’s auch keinen Grund mehr sich zu verbessern. Und wenn’s am Ende nur noch riesige KK gibt, haben die quasi Monopolstellung (too big to fail) und können dann der Politik noch härter die Preise diktieren.
Also: falsche Baustelle, lieber die privaten abschaffen, das macht 1000x mehr Sinn.
Das Problem ist afaik, dass die Kosten der KK stark von ihrer Kundenstruktur abhängen.Die AOKs haben viele alte und tendenziell ärmere und kränkere Kunden, das können sie mit einem effizienteren IT System auch nicht groß ausgleichen.
Die können sie nur minimal beeinflussen.Edit: Das wird wohl durch den Risikostrukturausgleich zwischen den Kassen größtenteils ausgeglichen
Leute meinen oft, wenn wir KK zusammenlegen, werden die billiger, aber das is Quatsch. Wer in nem Großkonzern gearbeitet hat, weiß, dass dort alles unglaublich bürokratisch und unflexibel ist; und mit weniger Konkurrenz gibt’s auch keinen Grund mehr sich zu verbessern.
Es ist ein leidiges Argument, dass man die Bürokratiefalle bei der Organisation von vielen Menschen elegant durch kleinere Organisationen + Wettbewerb umgehen könnte. Die Bürokratie findet in dem Fall eben an anderer Stelle statt, zum Beispiel in der Regulierung und Kontrolle von Krankenkassen durch staatliche Institutionen.
Eine KK muss kein Unternehmen sein (und sollte es in meinen Augen auch nicht) und dementsprechend nicht so operieren, geschweige denn so strukturiert sein (Thema Verbesserungen aus einer Institution heraus). Wenn man die Unternehmenslogik allerdings umgekehrt als notwendig voraussetzt, landet man immer wieder bei dem Trugschluss betriebswirtschaftlicher Logiken für staatliche Daseinsfürsorge, deren Unzulänglichkeit für derlei Anwendungsfälle in den letzten Jahrzehnten gut unter Beweis gestellt wurde.
Es ist schräg…
Seit Beginn dieser Regierung ist dies der erste Vorschlag der CDU, bei dem ich denke „haben die sich vielleicht beraten lassen?“
Klar. Sie haben sich von den 10 Kassen, die üblich bleiben, in Form von Geld und zukünftigen Stellenangeboten “beraten” lassen.
Warum nicht auf eine reduzieren?
Die 10, die übrig bleiben, haben an die CDU “gespendet” oder haben einen Politiker im Aufsichtsrat.
Der vorgeschobene Grund: Wahlfreiheit
Der echte Grund: die neoliberale “Logik” des Konkurrenz macht Sachen billiger
Und wie üblich für Neoliberalismus, komplett an den empirischen Daten vorbei. Die Realität zeigt je privater ein Gesundheitssystem, desto teurer für die gleiche Leistung. Würden wir nach Effizienz gehen, müssten wir das gesamte System bis ins letzte verstaatlichen. Das wissen die eigentlich auch.
Der wahre Grund ist wohl doch eher bei der “Wahlfreiheit”, nämlich dass die privaten Versicherungen nicht so auffallen wenn sie nur eine weitere Alternative zwischen den gesetzlichen Kassen sind. Gäbe es nur eine staatliche Versicherung und Privatversicherungen würde eher die Frage aufkommen, warum wir dulden, dass man sich mittels Privatversicherungen komplett asozial aus der Solidargemeinschaft herausnimmt.
Ich versuche seit ich das gelesen habe rauszufinden wie uns das schaden soll
Der Vorschlag an sich muss keine direkte negative Auswirkung haben. Wenn er mit in die angesprochene Reform kommt und alles zu einem Maßnahmenpaket zusammengefasst wird, läuft es darauf hinaus, dass Merz’ Vorschläge wie Leistungskürzungen als weniger diskutierter Unterpunkt auf der Liste der Änderungen landen und potenziell positive Vorschläge hervorgehoben werden. Oder er könnte benutzt werden um andere Parteien zu überzeugen für die Reform zu stimmen
Klingt realistisch. Außerdem kann man dann sagen “wir haben doch X reformiert”, ohne was reformiert zu haben und kann dann wieder ein paar Jahre bei der Stagnation und dem langsamen Verfall zusehen.
Oligopole sind die kleinen Brüder des Monopols.
Es gibt formell noch Wettbewerb, aber tatsächlich stecken alle ihre Marktanteile ab und machen es sich bequem.
Das ist wie Tütensuppe von Maggi oder von Knorr. In Wahrheit ist alles Nestlé.
Nutzt du Nestlé als Platzhalter für alle seelenlosen Megakonzerne? Wenn ja, dann passts, anderenfalls gehört Knorr zu Unilever und nicht zu Nestlé. Macht das Bild aber nicht schlechter, weil das direkt dein Oligopolargument unterstreicht. Ist eben beides Dreck.
Linnemann und Merz entscheiden persönlich welche Klassen bleiben.
Wie viele Arbeitnehmerinnen waeren da von einer Entlassung betroffen?