Wird unter dieser Regierung wohl nicht kommen, aber ich finde es wichtig das Thema im Diskurs zu behalten und nicht locker zu lassen. Die genaue Ausgestaltung ist nochmal ne eigene Frage, aber die grundlegende Idee ist aus meiner Sicht unterstützenswert. Das Quorum liegt bei 30.000, in wenigen Tagen sind bereits 11.000 zusammen gekommen!
Gut gedacht - schlecht gemacht. Was ist denn mit Firmenvermögen bzw -anteilen?
Reiche besitzen idR kein Vermögen, sondern verfügen darüber in Form von Firmen.
Firmenanteile sind Vermögen. Jegliche Einwände, die du jetzt vielleicht intuitiv vorbringen möchtest, sind widerlegte Mythen mit trivialen gesetzgeberischen Lösungen.
Wo ist das Problem? Dann wird Firmenvermögen eben auch besteuert.
Die Bewertung von nicht öffentlich gehandelten Firmen.
Ja und? Dann müssen die halt ne Steuererklärung machen.
Machen sie eh, da ist der Firmenwert nicht Bestandteil. Musst erstmal ein Bewertungsverfahren festlegen. Je nach Verfahren gibts dann wieder viele Gestaltungsmöglichkeiten.
Klingt alles lösbar und sollte uns nicht davon abhalten, endlich die zu besteuern, die viel zu wenig zur Gemeindschaft beitragen, während sie masisv von der selbigen profitieren.
Persönlich bin ich da größerer Freund von das nur einmal alle Jubeljahre und zwar im Erbfall zu machen. Am Ende erhöht das Ding Gewinn Druck auf alle Unternehmen, irgendwo werden die Unternehmer das Geld her holen.
Also eine Firma, die 'ne Menge Assets hat, aber nichts liquides, muss dann Kredite aufnehmen oder Stellen streichen um die Steuer auf das Firmenvermögen zu bezahlen? Klingt irgendwie nicht so geil. Oder wie genau hast du dir das vorgestellt?
Von mir aus können die Assets in dem Fall auch verstaatlicht werden, wenn die arme, arme Firma nur Abermillionen in Assets und keine Liquidität besitzt.
Man könnte ja auch Firmenanteile verkaufen, z.B. an die eigenen Angestellten. Je mehr Vermögen man hat, desto schwieriger sollte es sein, es in dieser Höhe zu halten. So bricht man den positiven Feedback-Loop, der überhaupt erst zu Milliardären führt.
Zahlt die Firma die Steuern oder die natürliche Person die die Firmenanteile hält? Letzteres ergibt mehr Sinn. Wenn die Person sich die Steuern nicht leisten kann muss sie Anteile liquidieren. Und schon haben wir Steuereinnahmen und Bewegung auf dem Kapitalmarkt. Könnte, muss aber nicht, der Kapitalklumpenbildung vorbeugen. Je nachdem wie die Vermögenssteuer gestaltet wird.
Naja, das ist aber auch ungeil, wenn die Eigentümer das Unternehmen tatsächlich einigermaßen ethisch führen und sich dann Investoren ins Boot holen müssen. Anteile an Mitarbeiter zu verkaufen klingt interessant, aber ich denke das könnte in der Praxis auch schwierig werden.
Eine wirklich perfekte Lösung fällt mir leider auch nicht ein.
Was soll daran ungeil sein? Warum ist “Investor” ein Schimpfwort? Welche Firma läuft dauerhaft mit unter 1% Gewinn für den Inhaber?
Das hast du jetzt hier schon ein paar Mal geschrieben, es müssten aber 1% Rendite zusätzlich sein. Das ist schon ein Unterschied.
Besteuert würde das Vermögen, nicht der Gewinn. Der Gewinn fließt nicht automatisch in das zu besteuernde Vermögen.
Das habe ich auch nicht gesagt. Nur: von dem was am Ende der Gewinn wird, musst du die anfallenden Steuern bezahlen. Um diese Steuer nachhaltig zahlen zu können, muss sie das Unternehmen also vorher zusätzlich erwirtschaftet haben.
Die Firma zahlt die Steuer nicht, der Besitzer zahlt die Steuer.
Eigentümer können sich Teilhaber suchen bzw. bei AGs Aktien verkaufen, wenn sie keine liquiden Mittel haben und die Firma nicht genug abwirft.
Die wollen die auch abgreifen. Genau so wie selbst genutztes Wohneigentum, siehe Vorschlag der Linken.
Selbstgenutztes Wohneigentum auch? Dann müssen die Grenzen deutlich höher sein. Ab 5 Mill dann 1%. Das geht sonst komplett an der Lebensrealität vorbei und zementiert bestehende Besitzverhältnisse. Damit wäre sozialer Aufstieg kaum mehr möglich.
Ja. Linke behandelt Omas Häuschen explizit in ihrem Vorschlag. 5 Mio schon eher, besser inflationsindexiert bzw. Doppeltes Lebensmedianeinkommen, wären wir bei 2,5 Mio.
Dann finde ich das kontraproduktiv, da es bestehende Besitzverhältnisse zementiert. Besitzende Klasse bleibt besitzend und arbeitende Klasse wird nicht besitzend werden können.
Warum ist das kontraproduktiv?
Die Idee dass Gruppe A besitzend wird weil Staat Geld von Gruppe B einsackt ist naiv. Da wird nichts umverteilt sondern vom Staat einkassiert. Und Omas Häuschen soll doch bitte zeitlebens Oma behalten ohne Kredite für den Fiskus aufnehmen zu müssen.
Na wenn du Leute im unteren Spektrum daran hinderst Vermögen aufzubauen (durch Steuern und Abgaben), dann werden diese sehr sehr schwierig und langsam Vermögen aufbauen. Zb 1% auf Vermögen über 1 Mill. wie zB. dein EFH, 2 Autos, Aktiendepot, Ersparnisse
Leute, die schon Vermögen haben, können diese zusätzliche Steuer leicht über ihre Vermögenserträge finanzieren. Wie zb Vermietete Mehrfamilienhäuser, Unternehmensbeteiligungen, große Aktiendepots.
Der Punkt ist halt, dass Assets ab einer bestimmten Größe immer weiter wachsen durch den Zinseszinseffekt bzw Rendite. Das ist ab 5 Mill. der Fall, denn da sprechen Banken von beginnendem Reichtum. Alles darunter ist „Everyday-Millionaire“ Mit einer Besteuerung ab 1 Mill. verhinderst du effektiv, dass Vermögen in eine selbsterhaltende Größenordnung kommt. D.h. unterm Strich zementierst du bestehende Besitzverhältnisse. Die in DE ja eh schon sehr starr sind durch die hohe Einkommensbesteuerung. Besitzende bleiben besitzend. Arbeitende bleiben arbeitend. Und sowas kommt von Linken. Kann man sich nicht ausdenken. Absurd.
Schau dir mal ein paar Videos von Gary an. Einem ehemaliger Aktienhändler mit Arbeiterschichthintergrund. https://youtube.com/@garyseconomics