Eine gewisse Quote, aber nicht die 90%, die in dem Artikel genannt werden.
Außerdem gibt es immer ein Restrisiko. Diese unrealistische Vollkasko-Mentalität, die meint, jedes auch noch so unwahrscheinliche Restrisiko ausschließen zu können, tötet, weil sie Systeme überlastet und dazu führt, dass die Leute, die das abarbeiten “dürfen”, solche Alarme nicht mehr ernstnehmen.
Weißt Du, wozu die zunehmende Flut von Fehlalarmen bei Brandmeldeanlagen geführt hat? Nämlich dazu, dass solche Alarme nicht mehr wirklich ernstgenommen werden, und dass diese Alarme in der Regel nicht mehr so viele Ressourcen zugewiesen bekommen, wie das früher der Fall war, als das noch nicht so häufig passiert ist.
Der ganze eCall- und Smartphone-Mist hat eine wesentlich höhere Fehlalarmquote, als Brandmeldeanlagen, die immerhin einer gewissen Wartungspflicht unterliegen, und wo inzwischen Fehlalarme praktisch flächendeckend kostenpflichtig sind.
Bei uns kam immer ein kompletter Löschzug. Gibt aber auch mehr echte als Probe Alarme… Und Berlin Fenster… Und böses Zeug. Ich glaube aber kein kochendes Flusssäure Bad. Das haben die Steinelecker.
Ja, so ist das in Großstädten mit Berufsfeuerwehr. Der Löschzug ist dann auch gebunden, bis der Einsatzleiter festgestellt hat, dass das ein Fehlalarm ist. (Feststellen heißt, nicht einfach Leute vor Ort fragen, sondern mit eigenem Personal den Abschnitt erkunden, in dem der Melder ausgelöst hat, je nach Größe des Objekts kann das auch mal dauern)
Überall, wo es keine Berufsfeuerwehr gibt (also außerhalb von Großstädten), kommen stattdessen halt Freiwillige. Die dann mit jedem Fehlalarm weniger Bock und mehr Ärger mit ihrem Arbeitgeber haben. Resultat: Für BMA kommt fast kein Schwein mehr. Blöd, wenn’s dann wirklich brennt.
Rechtlich ist es eigentlich so, dass automatisch ausgelöste Alarme so zu behandeln sind, wie “echte” Notrufe von echten Menschen.
Weißt Du zufällig, ob bei Dir zum Löschzug dazu auch der Rettungsdienst mitkommt? Das wurde in meinem Landkreis vor rund 5-10 Jahren aus den Alarmplänen für BMA rausgenommen, weil das zu viele knappe Ressourcen verbraten hat.
Eine gewisser QUote, aber nicht 90%, wie in dem Artikel.
Äh… doch? Also wenn du precision vs recall tunest willst du bei sowas natürlich eher etwas Zeit in der Notrufzentrale verschwenden als jemanden sterben zu lassen.
Dann musst Du halt damit leben, dass Leute sterben, weil die Flut von Fehlalarmen das System überlastet. Viel Spaß damit. Denn das wirkt sich aktuell (und nicht erst seit gestern) schon aus.
Der Ansatz ist finde ich verschwenderisch.
Die Tech-Industrie baut mumpitz und die öffentlichen Stellen müssen das abfangen, indem mehr Personal eingestellt wird, oder eventuell gleich die Leitstelle größer gebaut wird? Das ist doch ein Paradebeispiel von Profite privatisieren, Kosten vergesellschaften!
Gerade, weil die Leitstellen in den vergangenen Jahren eh schon massiv personell aufstocken, unter Anderem, um die zunehmende Flut von Notrufen bearbeiten (das bedeutet am liebsten abwimmeln) zu können, die aus der abnehmenden Verfügbarkeit des normalen (also nicht notfallmäßigen) Gesundheitswesens resultieren. Außerdem ist das mit den Leitstellen alleine nicht getan, die machen eh seit vielen Jahren nur noch Mangelverwaltung, weil das Rettungswesen, insbesondere der Rettungsdienst, auch auf dem Zahnfleisch geht und dazu noch durch den neoliberalen Umbau der Gesellschaft das Ehrenamt zunehmend wegbricht.
Die automatischen Notrufsysteme für den privaten Bereich (eCall, Smartphones) decken ein verschwindend geringes und höchst unwahrscheinliches Risiko ab. Wir als Gesellschaft müssen uns dringend Gedanken machen, ob es das wirklich wert ist, insbesondere zu dem Preis, deswegen wesentlich wahrscheinlichere Risiken nicht mehr abdecken zu können.
Das ist doch ein Paradebeispiel von Profite privatisieren, Kosten vergesellschaften!
ich kann dich ganz nachvollziehen wie private Unternehmen von mehr Notruf profitieren. Ich jedenfalls bin froh, dass ich (sowie Mutter, Schwiegermutter) im Zweifelsfall einmal zu oft den Notruf verständigen als einmal zu wenig. Und ja, man bekommt das mit wenn das Ding nen Anruf startet. Kann das Abbrechen. Alles kein Hexenwerk.
Na der Profit kommt davon, dass die Anbieter ein extra-feature anbieten gegenüber der Konkurenz. Die Kosten des Features werden auf die Allgemeinheit abgewälzt.
Wenn Du irgendwo alleine bist, wo dich niemand schnell findet, und Dir was wirklich Schlimmes, z.B. Herz-Kreislaufstillstand, passiert, hilft Dir auch kein automatischer Notruf, denn da kannst Du (außer unter sehr speziellen Umständen) ab ca. 5 Minuten ohne Erste Hilfe, also ohne Sauerstoffversorgung des Gehirns, mit bleibenden Hirnschäden rechnen. Auch falls danach eine Reanimation klappen sollte, wirst Du sehr wahrscheinlich als Gemüse wieder aufwachen.
Die gesetzlichen Hilfsfristen bewegen sich, je nach Bundesland, in einem Bereich zwischen 8 und 15 Minuten innerorts. Und da wird schon jetzt dank Überlastung der Systeme praktisch überall getrickst, was das Zeug hält, dass die Statistik wenigstens einigermaßen passt. Du wirst also nur in Ausnahmefällen Hilfe bekommen, bevor es zu spät ist. Und dank zunehmender Überlastung des Rettungswesens, auch durch eine Flut von Fehlalarmen durch automatische Notrufe, wird das in absehbarer Zeit eher schlechter werden.
Auch falls danach eine Reanimation klappen sollte, wirst Du sehr wahrscheinlich als Gemüse wieder aufwachen.
Ich weiß jetzt nicht genau was dein Punkt ist. Es kommt keiner und selbst wenn, du wirst auf jeden Fall Gemüse?
Mir fallen genug Themen alleine in der eigenen Familie (Rentner kommt nicht aus Badewanne, Sturz von Treppe, Schlaganfall wo Hilfe innerhalb von 30 Minuten Gold wert gewesen wäre) wo sowas viel Leid erspart hätte. Dass hier jeder Fehlalarm technische Fehlfunktion statt “user error” war (falschen Knopf im Auto gedrückt, Tastenkombi am Telefon behoben) oder das klassische Notrufen ohne Notfall, geht mir aus den dünnen Statistiken nicht hervor.
… übermittelt das Smartphone mitterweile den genauen Standort an die Retter.
Das bringt halt auch nur wenig, weil die Retter auch dann nur sehr unwahrscheinlich rechtzeitig da sind, dass Du eben keine bleibenden Hirnschäden hast. Insbesondere, weil der Standort auch gerne mal doch nicht so genau ist und eben niemand da ist, um die Retter einzuweisen, wenn der Standort nicht sofort auffindbar ist. Alleine die Hilfsfristen geben das nicht her, dass da zuverlässig rechtzeitig jemand kommt.
Eine Fehlalarmquote von 90% kann man natürlich auch als
Dünne Statistiken
bezeichnen.
Bei echten Anrufen ist die Quote wesentlich geringer, steigt aber leider auch, dank Vollkaskomentalität und kaputtem Gesundheitssystem.
Eine gewisse Quote, aber nicht die 90%, die in dem Artikel genannt werden.
Außerdem gibt es immer ein Restrisiko. Diese unrealistische Vollkasko-Mentalität, die meint, jedes auch noch so unwahrscheinliche Restrisiko ausschließen zu können, tötet, weil sie Systeme überlastet und dazu führt, dass die Leute, die das abarbeiten “dürfen”, solche Alarme nicht mehr ernstnehmen.
Weißt Du, wozu die zunehmende Flut von Fehlalarmen bei Brandmeldeanlagen geführt hat? Nämlich dazu, dass solche Alarme nicht mehr wirklich ernstgenommen werden, und dass diese Alarme in der Regel nicht mehr so viele Ressourcen zugewiesen bekommen, wie das früher der Fall war, als das noch nicht so häufig passiert ist.
Der ganze eCall- und Smartphone-Mist hat eine wesentlich höhere Fehlalarmquote, als Brandmeldeanlagen, die immerhin einer gewissen Wartungspflicht unterliegen, und wo inzwischen Fehlalarme praktisch flächendeckend kostenpflichtig sind.
Bei uns kam immer ein kompletter Löschzug. Gibt aber auch mehr echte als Probe Alarme… Und Berlin Fenster… Und böses Zeug. Ich glaube aber kein kochendes Flusssäure Bad. Das haben die Steinelecker.
Ja, so ist das in Großstädten mit Berufsfeuerwehr. Der Löschzug ist dann auch gebunden, bis der Einsatzleiter festgestellt hat, dass das ein Fehlalarm ist. (Feststellen heißt, nicht einfach Leute vor Ort fragen, sondern mit eigenem Personal den Abschnitt erkunden, in dem der Melder ausgelöst hat, je nach Größe des Objekts kann das auch mal dauern)
Überall, wo es keine Berufsfeuerwehr gibt (also außerhalb von Großstädten), kommen stattdessen halt Freiwillige. Die dann mit jedem Fehlalarm weniger Bock und mehr Ärger mit ihrem Arbeitgeber haben. Resultat: Für BMA kommt fast kein Schwein mehr. Blöd, wenn’s dann wirklich brennt.
Rechtlich ist es eigentlich so, dass automatisch ausgelöste Alarme so zu behandeln sind, wie “echte” Notrufe von echten Menschen.
Weißt Du zufällig, ob bei Dir zum Löschzug dazu auch der Rettungsdienst mitkommt? Das wurde in meinem Landkreis vor rund 5-10 Jahren aus den Alarmplänen für BMA rausgenommen, weil das zu viele knappe Ressourcen verbraten hat.
Äh… doch? Also wenn du precision vs recall tunest willst du bei sowas natürlich eher etwas Zeit in der Notrufzentrale verschwenden als jemanden sterben zu lassen.
Dann musst Du halt damit leben, dass Leute sterben, weil die Flut von Fehlalarmen das System überlastet. Viel Spaß damit. Denn das wirkt sich aktuell (und nicht erst seit gestern) schon aus.
Man könnte ja auch die Notrufzentrale besser besetzen, nur so als idee.
Der Ansatz ist finde ich verschwenderisch.
Die Tech-Industrie baut mumpitz und die öffentlichen Stellen müssen das abfangen, indem mehr Personal eingestellt wird, oder eventuell gleich die Leitstelle größer gebaut wird? Das ist doch ein Paradebeispiel von Profite privatisieren, Kosten vergesellschaften!
Gerade, weil die Leitstellen in den vergangenen Jahren eh schon massiv personell aufstocken, unter Anderem, um die zunehmende Flut von Notrufen bearbeiten (das bedeutet am liebsten abwimmeln) zu können, die aus der abnehmenden Verfügbarkeit des normalen (also nicht notfallmäßigen) Gesundheitswesens resultieren. Außerdem ist das mit den Leitstellen alleine nicht getan, die machen eh seit vielen Jahren nur noch Mangelverwaltung, weil das Rettungswesen, insbesondere der Rettungsdienst, auch auf dem Zahnfleisch geht und dazu noch durch den neoliberalen Umbau der Gesellschaft das Ehrenamt zunehmend wegbricht.
Die automatischen Notrufsysteme für den privaten Bereich (eCall, Smartphones) decken ein verschwindend geringes und höchst unwahrscheinliches Risiko ab. Wir als Gesellschaft müssen uns dringend Gedanken machen, ob es das wirklich wert ist, insbesondere zu dem Preis, deswegen wesentlich wahrscheinlichere Risiken nicht mehr abdecken zu können.
ich kann dich ganz nachvollziehen wie private Unternehmen von mehr Notruf profitieren. Ich jedenfalls bin froh, dass ich (sowie Mutter, Schwiegermutter) im Zweifelsfall einmal zu oft den Notruf verständigen als einmal zu wenig. Und ja, man bekommt das mit wenn das Ding nen Anruf startet. Kann das Abbrechen. Alles kein Hexenwerk.
Na der Profit kommt davon, dass die Anbieter ein extra-feature anbieten gegenüber der Konkurenz. Die Kosten des Features werden auf die Allgemeinheit abgewälzt.
Wenn Du irgendwo alleine bist, wo dich niemand schnell findet, und Dir was wirklich Schlimmes, z.B. Herz-Kreislaufstillstand, passiert, hilft Dir auch kein automatischer Notruf, denn da kannst Du (außer unter sehr speziellen Umständen) ab ca. 5 Minuten ohne Erste Hilfe, also ohne Sauerstoffversorgung des Gehirns, mit bleibenden Hirnschäden rechnen. Auch falls danach eine Reanimation klappen sollte, wirst Du sehr wahrscheinlich als Gemüse wieder aufwachen.
Die gesetzlichen Hilfsfristen bewegen sich, je nach Bundesland, in einem Bereich zwischen 8 und 15 Minuten innerorts. Und da wird schon jetzt dank Überlastung der Systeme praktisch überall getrickst, was das Zeug hält, dass die Statistik wenigstens einigermaßen passt. Du wirst also nur in Ausnahmefällen Hilfe bekommen, bevor es zu spät ist. Und dank zunehmender Überlastung des Rettungswesens, auch durch eine Flut von Fehlalarmen durch automatische Notrufe, wird das in absehbarer Zeit eher schlechter werden.
… übermittelt das Smartphone mitterweile den genauen Standort an die Retter.
Ich weiß jetzt nicht genau was dein Punkt ist. Es kommt keiner und selbst wenn, du wirst auf jeden Fall Gemüse?
Mir fallen genug Themen alleine in der eigenen Familie (Rentner kommt nicht aus Badewanne, Sturz von Treppe, Schlaganfall wo Hilfe innerhalb von 30 Minuten Gold wert gewesen wäre) wo sowas viel Leid erspart hätte. Dass hier jeder Fehlalarm technische Fehlfunktion statt “user error” war (falschen Knopf im Auto gedrückt, Tastenkombi am Telefon behoben) oder das klassische Notrufen ohne Notfall, geht mir aus den dünnen Statistiken nicht hervor.
Das bringt halt auch nur wenig, weil die Retter auch dann nur sehr unwahrscheinlich rechtzeitig da sind, dass Du eben keine bleibenden Hirnschäden hast. Insbesondere, weil der Standort auch gerne mal doch nicht so genau ist und eben niemand da ist, um die Retter einzuweisen, wenn der Standort nicht sofort auffindbar ist. Alleine die Hilfsfristen geben das nicht her, dass da zuverlässig rechtzeitig jemand kommt.
Eine Fehlalarmquote von 90% kann man natürlich auch als
bezeichnen.
Bei echten Anrufen ist die Quote wesentlich geringer, steigt aber leider auch, dank Vollkaskomentalität und kaputtem Gesundheitssystem.