Ex-Generalinspekteur Klaus Naumann hält den freiwilligen Wehrdienst nur für eine Zwischenlösung. Zugleich zweifelt er daran, dass die deutsche Gesellschaft auf den Ernstfall vorbereitet ist.
Ich für meinen Teil packe im Ernstfall meinen Krams zusammen und mach den Schuh! Dienstpflicht my ass, wäre als Totalverweigerer aber auch eh zu nichts zu gebrauchen.
Meine Frau würde behaupten dass ich bloß keine Lust auf Kinderbetreuung und Haushalt habe wenn ich mich am Wochenende einfach zur freiwilligen Feuerwehr verdrücke 😉 vielleicht später mal wenn die Kids aus dem Gröbsten raus sind.
Gar nicht so witziger Fakt am Rande: Das Bundesverwaltungsgericht ist der Meinung, dass Wehrdienst nur für Männer vollkommen okay ist, weil Frauen ja im Schnitt im familiären Bereich größeren Belastungen ausgesetzt sind. Von daher ist das offiziell höchstrichterlich genauso gewollt, dass du zur Feuerwehr verschwindest, während deine Frau den Haushalt schmeißt. Deswegen muss sie nicht zum Militär.
Ich kann es verstehen. Vor Allem die momentane Regierung setzt alles daran, dass ich mich in Deutschland nicht (mehr?) sicher fühle. Wieso sollte ich für ein Land kämpfen oder auch nur unterstützen, das diese Regierung hat und diese Regierung wollte?
Gleichzeitig ist das halt ein mega privilegierter Standpunkt, einfach abzuhauen. Die Menschen, die unter der Regierung leiden (und sie nicht gewählt haben, ansonsten können die mich mal), lässt man so dann schon im Stich. Leider gibt es einen sehr großen Querschnitt aus genau diesen Gruppen, die leiden, die nicht weg können und die die xxU und ihre Stiefelleckende Partei Deutschland eben NICHT gewählt haben.
Ich für meinen Teil packe im Ernstfall meinen Krams zusammen und mach den Schuh!
Ohne Genehmigung das Land verlassen geht aber seit dem 1.1.2026 nicht mehr. Mit ein bisschen KI wirst du keine Grenze mit mehr als einem Koffer für eine Urlaubsreise passieren können.
Stimmt aktuell so nicht, nur falls man länger als 3 Monate fernzubleiben plant. Aber das muss man ja niemandem auf die Nase binden. Mal davon ab, dass Deutschland größtenteils ein Binnenland mit vielen schwer zu überwachenden Landgrenzen ist. Trotzdem kommt es natürlich aufs Timing an und man muss den Absprung schaffen bevor es ganz ungemütlich wird. Und das ist zugegeben ein Problem und nicht ganz einfach.
Macht dir nicht zu viele Hoffnungen. Klar sind die Landgrenzen nicht so leicht zu kontrollieren, aber dann stehst du halt irgendwo in Frankreich. Und Frankreich hat im Kriegsfall überhaupt keine Lust auf sich tausende deutsche Wehrflüchtige während es dann selbst gegen die angreifenden Russen mobilmachen muss. Da wirst du einfach aufgegriffen und zurückgeschickt. Genauso in Polen, Schweiz, Österreich, Dänemark und allen anderen per Land zu erreichenden Ländern.
Aber das muss man ja niemandem auf die Nase binden.
Desswegen wird man nur mit einem Koffer ausreisen können und man kann seinen Haushalt nicht auflösen.
ein Binnenland mit vielen schwer zu überwachenden Landgrenzen
Mit Drohnen und Handytracking kein Problem in 2030.
Ausserdem muss man die EU verlassen, da nach 3 Monaten jeder ausgeliefert werden kann. Es wird die ganze EU kämpfen, also wird kein EU Land Deserteuren Asyl gewähren.
Und das ist zugegeben ein Problem und nicht ganz einfach.
Spätestens 2030. Sobald China technisch überlegen ist, ist der Krieg nicht zu gewinnen. Es gibt aber auch Schätzungen für 2027.
Früher zu Zeiten der Wehrpflicht war es so, dass man auch als anerkannter Kriegsdienstverweigerer zum Ersatzdienst verpflichtet werden konnte im Kriegsfall. Wenn man nicht verweigert hatte aber trotzdem keinen Wehrdienst geleistet hat war man im Kriegsfall besser gestellt.
Und natürlich das verlorene Jahr für Ausbildung, Jobeinstieg, Gehaltsausfall. Darum hab ich nichts gemacht und die aufschiebende Wirkung vom Studium genutzt bis die Wehrpflicht abgeschafft war. War aber nicht easy das so durchzusetzen und ich hatte auch schon den schriftlichen Einberufungsbefehl bekommen mit Fahrkarte usw. und es gab da einigen bösen Schriftwechsel mit den Behörden aber letztlich zählte das Studium mehr.
Würde ich auch jederzeit wieder so machen. Der wirtschaftliche Druck in unserer Gesellschaft ist einfach zu hoch und meine Familie zu arm als das ich ein Jahr einfach so hätte weggeben können. Und ich kenne auch Fälle wo dann der N.C. so gestiegen ist das die Leute ihr Wunschstudium gar nicht mehr machen konnten aufgrund des Wehrdienstes. Dazu der ganze Schmuh von reichen Kids mit Gefälligkeitsattesten von Ärzten im persönlichen Netzwerk. Oder auch die anderen Schlupflöcher, siehe oben. Da kann ich jeden der da keine Lust drauf hat nur unterstützen.
Da bin ich froh, dass ich meinen Dienst einfach ohne Murren durchgezogen habe. Die 10 Monate waren teilweise hart finanziell gesehen, haben mir aber auch sehr viel für später mitgegeben, vorallem meine Einstellung zu gewissen Dingen.
Kannst du da was Konkretes zu sagen? Die Leute mit denen ich mich unterhalten habe haben da alle irgendwie immer ein sehr negatives Fazit gezogen. Von wegen das Jahr war komplett verloren, nur auf der Stube rumsitzen und sich sinnlos betrinken usw. usf.
Edit: ich kenne jemanden der beim Bund einen LKW Führerschein gemacht hat und zwar beruflich jetzt was ganz anderes macht aber hobbymäßig immernoch LKW fährt ab und zu. Das ist glaube ich die sinnvollste Story die mir einfällt.
Naja, so banale Dinge wie Kameradschaft, Zusammenhalt, Hierarchien befolgen, Überlebenstraining, Erste Hilfe… Manchmal musst du einfach die Fresse halten und deinen Job machen zum Beispiel, kommt im Berufsleben immer mal vor. Aber eben auch Durchhaltevermögen und Willenskraft.
Die Bundeswehrzeit war nicht nur geil, keine Frage, man hat auch viel sinnloses Zeug gemacht, aber es gab eben auch wirklich positive Aspekte.
Ist das etwas Positives? Ich hab eher die Erfahrung gemacht, auch beruflich, dass man vor allem schamlos ausgenutzt wird wenn man sich auf sowas einlässt. Im Gegenteil kommt man doch eigentlich nur vorran wenn man konsequent seine eigenen Interessen verfolgt. Ich habe z.B. noch nie erlebt das jemand für gute Arbeit signifikant befördert wurde, sondern immer nur durch strategisches Ausnutzen (Erpressen?) günstiger Umstände.
Zusammenhalt, Überlebenstraining, Erste Hilfe
Das gilt schätze ich aber lässt sich auch anders und mit deutlich weniger persönlichen Opfern erreichen.
Durchhaltevermögen und Willenskraft
Wer sich in Frustrationstoleranz üben will dem kann ich nur den Weg durchs Bildungssystem empfehlen, z.B. das Promovieren in einer Naturwissenschaft. Graue Haare kann man da auch kriegen, aber im Gegensatz zur Bundeswehr bekommt man dazu noch einen gefragten Abschluss.
Natürlich muss man hier Differenzieren. Einfach mal machen soll natürlich nicht heißen, immer ohne Hirn jede Anweisung ausführen. Mitdenken gehört schon auch dazu. Es ist nur leider so, dass heute sehr oft und viel zu viel Diskutiert wird… und oft unnötig. Wenn jemand sagt: Spring von der Brücke, dann wirst du das natürlich nicht machen… Wenn mein Chef sagt, kannst du dir bitte mal den Drucker anschauen, du kennst dich doch mit IT aus, dann sag ich nicht: Nö, das steht nicht in meinem Arbeitsvertrag.
Ich hoffe du verstehst, was ich meine…
Das gilt schätze ich aber lässt sich auch anders und mit deutlich weniger persönlichen Opfern erreichen.
Bei mir war Wehrdienst halt noch Pflicht und diese Dinge hast du halt gemacht. Kameradschaft war einfach wichtig, da du nur in der Gruppe ans Ziel gekommen bist. Du hattest starke und schwache Menschen und musstest einfach zusammenarbeiten.
Wer sich in Frustrationstoleranz üben will dem kann ich nur den Weg durchs Bildungssystem empfehlen, z.B. das Promovieren in einer Naturwissenschaft. Graue Haare kann man da auch kriegen, aber im Gegensatz zur Bundeswehr bekommt man dazu noch einen gefragten Abschluss.
Ja, ist natürlich toll wenn man sich den Wehrdienst sparen kann bzw. es keine Pflicht mehr dazu gibt. War bei mir eben nicht der Fall. Ich hätte die Zeit auch gerne anders verbracht, aber wie ich schon sagte, die Zeit hat auch durchaus Positives gehabt.
Ja den Standpunkt kann ich schon verstehen. Trotzdem lese ich raus das eben vor allem die Pflicht im Vordergrund stand und du einen anderen Weg genommen hättest wenn du frei hättest entscheiden können.
kannst du dir bitte mal den Drucker anschauen
Verstehe ich schon. In der Realität wirst du in den Köpfen der Kollegen dann aber schnell der Druckerbeauftragte der bei jedem Papierstau gerufen wird weil man sich selber nicht so gerne die Finger am Toner schmutzig macht 🙂 ich meine: man muss sehr bewusst aufpassen wo man seine Zeit reinsteckt und wenn der Druckerdienst überhand nimmt muss man das auch hart ablehnen oder wenigstens in Sachen Drucker strategisch genauso inkompetent werden wie die anderen Kollegen auch. Und solche Themen und Aufgaben gibt es halt im Berufsleben zuhauf, man muss aus Selbstschutz darauf achten dass sich Geben und Nehmen immer die Waage halten.
Man könnte auch argumentieren, dass dich dieser Skill ein Stückchen unverzichtbarer macht für den Chef… aber klar, natürlich sollte man nicht den Dummi für Alles spielen!
Aber selbst das lernst du bei der BW… da laufen so viele Möchtegern-Alphas rum, die sich auf ihren Rang was einbilden und so hart auf dicke Hose machen, das ist schon fast lustig. Da steht dann der 1,50 Feldwebel vor dir und möchte dich belehren, was doch alles falsch gelaufen ist und nicht nach Vorschrift. Hier bekommt man mit der Zeit ein gutes Gefühl was nur heiße Luft ist und was wirklich Gewicht hat.
Also nochmal, ich verstehe den grundsätzlichen “Hass” auf die BW nicht…
Erst die Vorteile einer freien Gesellschaft genießen und dann abhauen wenn es hart auf hart kommt. Am besten noch politisch links sein und ständig Solidarität fordern. Lieben wir
Genau. Weil die Jahrgänge, die von einer Dienstpflicht betroffen wären, auch genau die sind, die bei unserer Regierung ganz oben auf der Prio-Liste stehen.
Für ‘junge’ Menschen (<40 Jahre?) ist der Sozialvertrag doch faktisch aufgelöst. Abgaben steigen, Leistungen sinken, Hauptsache die aktuelle Rente ist sicher. Beiträge zu der von dir zitierten ‘freien Gesellschaft’ leisten aktuell insbesondere junge Menschen. Und dabei tragen sie auch die Kosten vergangener Fehlentscheidung (Rente, KV, Klima, …).
Übrigens, diese ‘Vorteile einer freien Gesellschaft’ sind extra so angelegt das sie ohne Gegenleistung genutzt werden können und genutzt werden dürfen. Daher auch Grundrechte, nicht Unterumständen-rechte. 🤓☝️
Wenn dir diese freie Gesellschaft mit ihren Regeln und Bürgern nicht passt, du hast bestimmte eine Karte und kannst dank des starken deutschen Passes einfach fast überall anders hingehen. Und du musst dafür nicht mal dein Leben riskieren! 😉🇩🇪
Die ach so tolle freie Gesellschaft die mehrheitlich Schwarz-Blau wählt und mit den vielenanderentollenHighlights. Die Gesellschaft mit der grassierendenKorruption und Ungerechtigkeit. Vielleicht ist es deine Meinung dass es einem das persönliche Risiko im Kriegsfall wert sein soll, damit gehobene Mittelständler weiter ungestört im Privatflugzeug nach Sylt fliegen können. Übertrage das aber bitte nicht auf andere, meine Kinder werden dafür jedenfalls nicht als Halbwaisen aufwachsen.
Erst die Vorteile einer freien Gesellschaft genießen
Nichts davon hab ich mir ausgesucht oder war meine freie Entscheidung, da sehe ich nicht warum irgendjemand dafür eine Gegenleistung erzwingen kann.
Solidarität fordern
Solidarität ist per Definition etwas Freiwilliges. Ein Pflichtdienst ist genau das Gegenteil. Wehrpflicht hat darum genau nichts mit Solidarität zu tun. Solidarisch kann man nur sein wenn man davon überzeugt ist, dazu kann man niemals verpflichtet werden. Und jemand der gegen seinen Willen zwangsweise Wehrdienst leisten muss, und dem es dabei scheiße geht und der viel lieber wieder Zuhause sein Leben leben würde, der erbringt auch keine ehrenvolle selbstlose Dienstleistung an der Gesellschaft sondern ist einfach nur Opfer staatlicher Gewalt.
Ich für meinen Teil packe im Ernstfall meinen Krams zusammen und mach den Schuh! Dienstpflicht my ass, wäre als Totalverweigerer aber auch eh zu nichts zu gebrauchen.
Man kann auch als Zivilist der Gesellschaft dienen. Werde tätug in Feuerwehr, Rettungsdienst, THW o.Ä.
Konnte man in der Vergangenheit (vor der Aussetzung der Wehrpflicht) auch als Ersatzdienst machen. Kann ich aus eigener Erfahrung nur empfehlen.
Meine Frau würde behaupten dass ich bloß keine Lust auf Kinderbetreuung und Haushalt habe wenn ich mich am Wochenende einfach zur freiwilligen Feuerwehr verdrücke 😉 vielleicht später mal wenn die Kids aus dem Gröbsten raus sind.
Gar nicht so witziger Fakt am Rande: Das Bundesverwaltungsgericht ist der Meinung, dass Wehrdienst nur für Männer vollkommen okay ist, weil Frauen ja im Schnitt im familiären Bereich größeren Belastungen ausgesetzt sind. Von daher ist das offiziell höchstrichterlich genauso gewollt, dass du zur Feuerwehr verschwindest, während deine Frau den Haushalt schmeißt. Deswegen muss sie nicht zum Militär.
Hah das merke ich mir! Bin schon gespannt ob meiner Frau ein ähnliches kreatives Gegenargument einfällt 😁
Ich kann es verstehen. Vor Allem die momentane Regierung setzt alles daran, dass ich mich in Deutschland nicht (mehr?) sicher fühle. Wieso sollte ich für ein Land kämpfen oder auch nur unterstützen, das diese Regierung hat und diese Regierung wollte?
Gleichzeitig ist das halt ein mega privilegierter Standpunkt, einfach abzuhauen. Die Menschen, die unter der Regierung leiden (und sie nicht gewählt haben, ansonsten können die mich mal), lässt man so dann schon im Stich. Leider gibt es einen sehr großen Querschnitt aus genau diesen Gruppen, die leiden, die nicht weg können und die die xxU und ihre Stiefelleckende Partei Deutschland eben NICHT gewählt haben.
Ohne Genehmigung das Land verlassen geht aber seit dem 1.1.2026 nicht mehr. Mit ein bisschen KI wirst du keine Grenze mit mehr als einem Koffer für eine Urlaubsreise passieren können.
Stimmt aktuell so nicht, nur falls man länger als 3 Monate fernzubleiben plant. Aber das muss man ja niemandem auf die Nase binden. Mal davon ab, dass Deutschland größtenteils ein Binnenland mit vielen schwer zu überwachenden Landgrenzen ist. Trotzdem kommt es natürlich aufs Timing an und man muss den Absprung schaffen bevor es ganz ungemütlich wird. Und das ist zugegeben ein Problem und nicht ganz einfach.
Macht dir nicht zu viele Hoffnungen. Klar sind die Landgrenzen nicht so leicht zu kontrollieren, aber dann stehst du halt irgendwo in Frankreich. Und Frankreich hat im Kriegsfall überhaupt keine Lust auf sich tausende deutsche Wehrflüchtige während es dann selbst gegen die angreifenden Russen mobilmachen muss. Da wirst du einfach aufgegriffen und zurückgeschickt. Genauso in Polen, Schweiz, Österreich, Dänemark und allen anderen per Land zu erreichenden Ländern.
Desswegen wird man nur mit einem Koffer ausreisen können und man kann seinen Haushalt nicht auflösen.
Mit Drohnen und Handytracking kein Problem in 2030.
Ausserdem muss man die EU verlassen, da nach 3 Monaten jeder ausgeliefert werden kann. Es wird die ganze EU kämpfen, also wird kein EU Land Deserteuren Asyl gewähren.
Spätestens 2030. Sobald China technisch überlegen ist, ist der Krieg nicht zu gewinnen. Es gibt aber auch Schätzungen für 2027.
Ja stimmt alles. Vielleicht stehen die Chancen trotzdem besser als beim Fronteinsatz. 🤷
Wegen der Downvotes nochmal meine Story:
Früher zu Zeiten der Wehrpflicht war es so, dass man auch als anerkannter Kriegsdienstverweigerer zum Ersatzdienst verpflichtet werden konnte im Kriegsfall. Wenn man nicht verweigert hatte aber trotzdem keinen Wehrdienst geleistet hat war man im Kriegsfall besser gestellt. Und natürlich das verlorene Jahr für Ausbildung, Jobeinstieg, Gehaltsausfall. Darum hab ich nichts gemacht und die aufschiebende Wirkung vom Studium genutzt bis die Wehrpflicht abgeschafft war. War aber nicht easy das so durchzusetzen und ich hatte auch schon den schriftlichen Einberufungsbefehl bekommen mit Fahrkarte usw. und es gab da einigen bösen Schriftwechsel mit den Behörden aber letztlich zählte das Studium mehr.
Würde ich auch jederzeit wieder so machen. Der wirtschaftliche Druck in unserer Gesellschaft ist einfach zu hoch und meine Familie zu arm als das ich ein Jahr einfach so hätte weggeben können. Und ich kenne auch Fälle wo dann der N.C. so gestiegen ist das die Leute ihr Wunschstudium gar nicht mehr machen konnten aufgrund des Wehrdienstes. Dazu der ganze Schmuh von reichen Kids mit Gefälligkeitsattesten von Ärzten im persönlichen Netzwerk. Oder auch die anderen Schlupflöcher, siehe oben. Da kann ich jeden der da keine Lust drauf hat nur unterstützen.
Da bin ich froh, dass ich meinen Dienst einfach ohne Murren durchgezogen habe. Die 10 Monate waren teilweise hart finanziell gesehen, haben mir aber auch sehr viel für später mitgegeben, vorallem meine Einstellung zu gewissen Dingen.
Kannst du da was Konkretes zu sagen? Die Leute mit denen ich mich unterhalten habe haben da alle irgendwie immer ein sehr negatives Fazit gezogen. Von wegen das Jahr war komplett verloren, nur auf der Stube rumsitzen und sich sinnlos betrinken usw. usf.
Edit: ich kenne jemanden der beim Bund einen LKW Führerschein gemacht hat und zwar beruflich jetzt was ganz anderes macht aber hobbymäßig immernoch LKW fährt ab und zu. Das ist glaube ich die sinnvollste Story die mir einfällt.
Naja, so banale Dinge wie Kameradschaft, Zusammenhalt, Hierarchien befolgen, Überlebenstraining, Erste Hilfe… Manchmal musst du einfach die Fresse halten und deinen Job machen zum Beispiel, kommt im Berufsleben immer mal vor. Aber eben auch Durchhaltevermögen und Willenskraft.
Die Bundeswehrzeit war nicht nur geil, keine Frage, man hat auch viel sinnloses Zeug gemacht, aber es gab eben auch wirklich positive Aspekte.
Ist das etwas Positives? Ich hab eher die Erfahrung gemacht, auch beruflich, dass man vor allem schamlos ausgenutzt wird wenn man sich auf sowas einlässt. Im Gegenteil kommt man doch eigentlich nur vorran wenn man konsequent seine eigenen Interessen verfolgt. Ich habe z.B. noch nie erlebt das jemand für gute Arbeit signifikant befördert wurde, sondern immer nur durch strategisches Ausnutzen (Erpressen?) günstiger Umstände.
Das gilt schätze ich aber lässt sich auch anders und mit deutlich weniger persönlichen Opfern erreichen.
Wer sich in Frustrationstoleranz üben will dem kann ich nur den Weg durchs Bildungssystem empfehlen, z.B. das Promovieren in einer Naturwissenschaft. Graue Haare kann man da auch kriegen, aber im Gegensatz zur Bundeswehr bekommt man dazu noch einen gefragten Abschluss.
Natürlich muss man hier Differenzieren. Einfach mal machen soll natürlich nicht heißen, immer ohne Hirn jede Anweisung ausführen. Mitdenken gehört schon auch dazu. Es ist nur leider so, dass heute sehr oft und viel zu viel Diskutiert wird… und oft unnötig. Wenn jemand sagt: Spring von der Brücke, dann wirst du das natürlich nicht machen… Wenn mein Chef sagt, kannst du dir bitte mal den Drucker anschauen, du kennst dich doch mit IT aus, dann sag ich nicht: Nö, das steht nicht in meinem Arbeitsvertrag.
Ich hoffe du verstehst, was ich meine…
Bei mir war Wehrdienst halt noch Pflicht und diese Dinge hast du halt gemacht. Kameradschaft war einfach wichtig, da du nur in der Gruppe ans Ziel gekommen bist. Du hattest starke und schwache Menschen und musstest einfach zusammenarbeiten.
Ja, ist natürlich toll wenn man sich den Wehrdienst sparen kann bzw. es keine Pflicht mehr dazu gibt. War bei mir eben nicht der Fall. Ich hätte die Zeit auch gerne anders verbracht, aber wie ich schon sagte, die Zeit hat auch durchaus Positives gehabt.
Ja den Standpunkt kann ich schon verstehen. Trotzdem lese ich raus das eben vor allem die Pflicht im Vordergrund stand und du einen anderen Weg genommen hättest wenn du frei hättest entscheiden können.
Verstehe ich schon. In der Realität wirst du in den Köpfen der Kollegen dann aber schnell der Druckerbeauftragte der bei jedem Papierstau gerufen wird weil man sich selber nicht so gerne die Finger am Toner schmutzig macht 🙂 ich meine: man muss sehr bewusst aufpassen wo man seine Zeit reinsteckt und wenn der Druckerdienst überhand nimmt muss man das auch hart ablehnen oder wenigstens in Sachen Drucker strategisch genauso inkompetent werden wie die anderen Kollegen auch. Und solche Themen und Aufgaben gibt es halt im Berufsleben zuhauf, man muss aus Selbstschutz darauf achten dass sich Geben und Nehmen immer die Waage halten.
Man könnte auch argumentieren, dass dich dieser Skill ein Stückchen unverzichtbarer macht für den Chef… aber klar, natürlich sollte man nicht den Dummi für Alles spielen!
Aber selbst das lernst du bei der BW… da laufen so viele Möchtegern-Alphas rum, die sich auf ihren Rang was einbilden und so hart auf dicke Hose machen, das ist schon fast lustig. Da steht dann der 1,50 Feldwebel vor dir und möchte dich belehren, was doch alles falsch gelaufen ist und nicht nach Vorschrift. Hier bekommt man mit der Zeit ein gutes Gefühl was nur heiße Luft ist und was wirklich Gewicht hat.
Also nochmal, ich verstehe den grundsätzlichen “Hass” auf die BW nicht…
Erst die Vorteile einer freien Gesellschaft genießen und dann abhauen wenn es hart auf hart kommt. Am besten noch politisch links sein und ständig Solidarität fordern. Lieben wir
Genau. Weil die Jahrgänge, die von einer Dienstpflicht betroffen wären, auch genau die sind, die bei unserer Regierung ganz oben auf der Prio-Liste stehen.
Für ‘junge’ Menschen (<40 Jahre?) ist der Sozialvertrag doch faktisch aufgelöst. Abgaben steigen, Leistungen sinken, Hauptsache die aktuelle Rente ist sicher. Beiträge zu der von dir zitierten ‘freien Gesellschaft’ leisten aktuell insbesondere junge Menschen. Und dabei tragen sie auch die Kosten vergangener Fehlentscheidung (Rente, KV, Klima, …).
Dann geh doch wenigstens jetzt schon, wenns hier so schlimm ist.
Danke für diese konstruktive Diskussion. Noch versuche ich, es mit der Teilnahme an Wahlen und sozialer Teilhabe.
Dachte ich mir
Übrigens, diese ‘Vorteile einer freien Gesellschaft’ sind extra so angelegt das sie ohne Gegenleistung genutzt werden können und genutzt werden dürfen. Daher auch Grundrechte, nicht Unterumständen-rechte. 🤓☝️
Wenn dir diese freie Gesellschaft mit ihren Regeln und Bürgern nicht passt, du hast bestimmte eine Karte und kannst dank des starken deutschen Passes einfach fast überall anders hingehen. Und du musst dafür nicht mal dein Leben riskieren! 😉🇩🇪
So lange es noch Orte gibt, an denen man frei Leben kann. Wenn niemand dafür kämpft kann es schnell schwierig werden 😉
Die ach so tolle freie Gesellschaft die mehrheitlich Schwarz-Blau wählt und mit den vielen anderen tollen Highlights. Die Gesellschaft mit der grassierenden Korruption und Ungerechtigkeit. Vielleicht ist es deine Meinung dass es einem das persönliche Risiko im Kriegsfall wert sein soll, damit gehobene Mittelständler weiter ungestört im Privatflugzeug nach Sylt fliegen können. Übertrage das aber bitte nicht auf andere, meine Kinder werden dafür jedenfalls nicht als Halbwaisen aufwachsen.
Nichts davon hab ich mir ausgesucht oder war meine freie Entscheidung, da sehe ich nicht warum irgendjemand dafür eine Gegenleistung erzwingen kann.
Solidarität ist per Definition etwas Freiwilliges. Ein Pflichtdienst ist genau das Gegenteil. Wehrpflicht hat darum genau nichts mit Solidarität zu tun. Solidarisch kann man nur sein wenn man davon überzeugt ist, dazu kann man niemals verpflichtet werden. Und jemand der gegen seinen Willen zwangsweise Wehrdienst leisten muss, und dem es dabei scheiße geht und der viel lieber wieder Zuhause sein Leben leben würde, der erbringt auch keine ehrenvolle selbstlose Dienstleistung an der Gesellschaft sondern ist einfach nur Opfer staatlicher Gewalt.
Und es ist mir eine große Freude zu sehen, dass die junge Generation sich mehrheitlich hier nicht in die Irre führen lässt und die Übervorteilung durch die Wehrpflicht ablehnt und Kontra gibt.