Dieses Thema kommt ja immer mal wieder auf. Vor ein paar Jahren las ich dazu ein vielsagendes Statement von Rügenwalder (sinngemäß):
Es ist praktisch noch nie vorgekommen, dass sich ein Konsument beschwert hat, weil er versehentlich ein veganes Produkt gekauft hatte. Hingegen bekommen wir öfter mal die Anfrage, ob in Teewurst eigentlich Tee wäre.
Ich glaube, es geht hier weniger um die korrekte Bezeichnung für vegane Produkte, sondern eher darum, dass die Fleischindustrie immer weniger Fleischproduukte verkauft, weil Billigfleisch aus Massentierhaltung beim Verbraucher einfach nicht mehr ankommt. Weniger Nachfrage bedeutet letztenendes weniger Gewinne.
Vegane Alternativen sind in den letzten Jahren geschmacklich und auch preislich immer besser geworden. Selbst die Rügenwalder Wurstmühle hat das erkannt und schon vor Jahren begonnen, neben Fleisch auch vegane Produkte anzubieten, um weiterhin am Markt bestehen zu bleiben.
Es kann eigentlich keine Verwechslung mit Fleisch stattfinden, weil bei veganen Produkten immer “Vegan” mit draufsteht. Ich kenne niemanden, der sich was gekauft hat, um dann zu Hause festzustellen, dass ein veganes Ersatzprodukt anstatt eines Knorpelfilets vom Rind in der Pfanne liegt.
Ich glaube, es geht hier weniger um die korrekte Bezeichnung für vegane Produkte, sondern eher darum, dass die Fleischindustrie immer weniger Fleischproduukte verkauft, weil Billigfleisch aus Massentierhaltung beim Verbraucher einfach nicht mehr ankommt. Weniger Nachfrage bedeutet letztenendes weniger Gewinne.
Wie war das noch gleich: der Markt regelt?
Freue mich schon auf “Vings”, “Vibs” und “Vicken”
Hehe… Vicken.
Und guck, wenn du mehr als nur rechtlich blind bist und dich stark im Regal vertan hast, oder einfach 'n Schaden hast wie die Politiker hier, könnte man das mit Tierleid verwechseln.
Was für ein Schönes Wort!
alles zwischen Liebe und Leistungssport…
Ab sofort gibt’s kein Obst mit Fruchtfleisch mehr. Hat jemand alternative Namensvorschläge?
Obst mit Fruchtfrucht.
Und Hackschnitzel aus dem Sägewerk sind auch verboten
Nie wieder werde ich vegan geniessen können in
blutigestriefendes Fleisch zu beissen.
zwischen tierischen Lebensmitteln und hoch verarbeiteten Industrielebensmitteln
Ist das gleiche du Spacken
Als Background: Es gibt in Deutschland das “Deutsche Lebensmittelbuch”, welches Lebensmittel definiert. Was ja auch irgendwie Sinn macht, wenn man Apfelmus kauft, will man, dass das aus Äpfeln gemacht ist und nicht aus Klärschlamm mit Aroma und wenn man ein Schweineschnitzel kauft, sollte das halt aus Schwein sein. Achtet mal auf euren Produkten auf die Verkehrsbezeichnung, welche der offizielle Name des Lebensmittel ist.
Traditionell ist die Lebensmittelkontrolle auch darauf ausgerichtet, dass Lebensmittel nicht mit minderwertigen Stoffen gestreckt werden, so in der Tradition von “Sägemehl im Brot”. Da gibt es auch eine lange Tradition, wie teures Fleisch mit billigeren Stoffen gestreckt wird. In anderen europäischen Ländern ist es ähnlich.
Das beißt sich jetzt aber natürlich mit unserem neuen Verlangen tierische Produkte durch vegane Alternativen zu ersetzen, weil wir natürlich “Pferdesalami” als “Salami aus Pferdefleisch” definiert haben und eine vegane Pferdesalami natürlich kein einziges Pferd enthält. Hier gäbe es eigentlich die Notwendigkeit die Regeln etwas anzupassen, denn natürlich ist etwa Hafermilch im normalen Sprachgebrauch eine Milch, aber laut Lebensmittelbuch halt ein Tierprodukt.
Jetzt sind aber (europaweit) die Tierlobby, Bauern und rechtsextreme und konservative Politiker auf die Idee gekommen, diese Definitionen als Aufhänger zu nehmen, um die neue Konkurrenz zu behindern. Daher haben wir die Klagen um die Hafermilch, die nicht Hafermilch heißen darf und jetzt auch so einen Quatsch. Es gibt auch Länder wie Italien, in denen rechte Politiker jetzt ein Verbot von “Laborfleisch” in Gesetze gießen, was die junge Industrie dann natürlich zuverlässig zum Wohle der Bauern killt.
Dabei sind wir in der Lage einen Chicken Nugget zu produzieren, der komplett pflanzlich hergestellt ist und sich geschmacklich nicht von einem normalen Tiernugget unterscheidet. Aber ressourcenschonender, ohne Tierleid, günstiger. Tja.
Ich meine, ich finde es gut, wenn das pflanzliche Nugget auch als solches deklariert ist. Man kann immer noch “nach Art” benutzen – also statt “Vegane Chicken Nuggets” scheint man dann halt “Vegane Nuggets nach Chicken-Art”. Damit ist offensichtlich, was es ist und wie es schmecken soll.
Laborfleisch zu verbieten ist natürlich Unsinn. Genetisch ist Laborrind immer noch Rind, auch wenn es nie ein Nervensystem hatte. Nur ressourcenschonender halt. Und mit viel weniger Tierleid, weil kein Nervensystem.
Im Kern geht es einfach um eine Definitionsfrage: Ist eine Wurst immer mit Fleisch? Ist “Chicken” immer automatisch mit Huhn oder kann das auch eine Geschmacksrichtung sein? Muss Milch immer aus einem Euter gekommen sein? Könnte man unaufgeregt klären, aber hier geht es um viel Geld
Ich fänd die Definition als Geschmacksrichtung top und würde definitiv dafür stimmen, wenn ich könnte. Ich meide z.B. Schwein nicht, weil es Schwein ist, sondern weil ich den Geschmack nicht mag. Genauso greift ich ab und an mal zu Huhn, nicht weil es Huhn ist, sondern wegen des Geschmacks. Bzgl. Inhalt tierisch ja/nein sagt der (ggf. nicht vorhandene) Zusatz “vegan” ja schon alles…
Aber wo kämen wir da hin, wenn wir es uns so leicht machen würden?
Nun, es gibt dann doch einige Minderheiten die Schwein meiden, weil es denen nicht ganz “koscher” ist, und nicht, weil sie den Geschmack nicht mögen.
Für unter anderem die ja der Zusatz “Vegan”. Fehlt der ist da Tier drin. Steht er dabei geht’s nur um den Geschmack, Tier ist aber keins drin.
Von daher verstehe ich ehrlich gesagt nicht, worauf du mit deinem Kommentar hinaus willst.
“Chicken” als Geschmacksrichtung kann ja auf alles mögliche dann angewendet werden. Auch wenn das zur Zeit wenig wirtschaftlichen Sinn macht, ist es dennoch blöde wenn man als Jude oder Muslim nach “Beef flavoured nuggets” greift und da Schwein drinn ist. Oder halt Hindu beim Kauf von “Bacon” mit Rind. Und Wirtschaftlichkeit ändert sich ja ab und zu.
Wenn die Tierersatzproduktbranche kreativ mit den Geschmacksbezeichnungen werden darf, dann wird die Fleischbranche nicht weit hinterher sein. Und da ist das dann nicht mit einem großen V gekennzeichnet.
Jetzt hab ich verstanden was du meinst, danke für die Ausführung. Da kann man aber auch eigentlich relativ einfach einen Riegel vorschieben, wenn ich nichts übersehe: Es muss dann festgeschrieben werden, das wenn es wirklich nur um den Geschmack geht, die Grundzutat aber etwas anderes ist, groß und offensichtlich drauf hingewiesen werden, was das Grundprodukt ist. Z.B. eben mit “Vegan” für rein pflanzliche Basisprodukte oder aber ein großes ein Schweine-Piktogramm mit dem Wort “Basis” drin, um eine Basis aus Schweinefleisch zu markieren. Bei gemischtem Rind-/Schweinshack dann halt entsprechend ein Bild mit Rind und Schwein.
Dann hätte man immer groß zwei Sachen auf der Packung sichtbar: Geschmack und Basiszutat. Ist auch ziemlich leicht und beliebig auf evtl. neue Grundzutaten erweiterbar. Bei Fleisch aus dem Labor kann man das Schwein z.B. in einen Erlenmeyerkolben stecken oder so.
Das Vegan-Logo finde ich hier tatsächlich sehr offensichtlich, daran sollte man sich bei der Ausgestaltung für Hinweise auf andere Basiszutaten dann mMn orientieren. Das ist auf jeden Fall alles gut regelbar, das Problem seh ich da tatsächlich grundsätzlich eher beim (Un)willen der für diese Regeln Verantwortlichen, sich da einmal richtig hinzusetzen.
Darum geht es mir ja: Wenn man “Huhn” als Geschmacksrichtung deklariert, ist alles okay. Macht Instantramen seit jeher so. “Chicken Flavor Nuggets” ist eine völlig andere Aussage als “Chicken Nuggets”.
Es gibt auch durchaus vegane Nuggets, die das ganz offen sagen – ich hatte mal Erbsennuggets und die waren okay. Ich würde davon ausgehen, dass “X Nuggets” immer aus X sind.
Bei Wurst würde ich sagen, dass der Normalverbraucher tatsächlich davon ausgeht, dass da Fleisch drin ist. “Wurst” ohne weiteren Zusatz würde ich als Fleischprodukt erwarten, aber “Vegane Wurst” nicht.
Also we’re ein Veganes Ersatzprodukt kauft ohne es zu beabsichtigen, weil er glaubt es sein tierisch ist entweder ziemlich blöd oder Blind. Die gesamte Produktverpackung schreit in der Regel “Vegan”. Außerdem ist meistens auf der Vorderseite das “Vegan” Logo gedruck. Dementsprechend ist es schon ziemlich schwer das zu übersehen.
Tierlobby
*Tierquälerlobby
Ein Chicken Nugget ohne mit Säure durchtränkte Knorpel? Geht ja gar nicht!
Traurige Fleischkäse Geräusche
Ich sehe das als gutes Zeichen, die Tierprodukte Industrie sieht die sprichwörtlichen Felle weg schwimmen und wie ein ertrinkender greift sie nach jedem Strohhalm, mag er auch noch so lächerlich sein.
Ich glaube kaum, dass die Hafermilch Debatte zu Umsatzeinbußen der hafermilch-Hersteller geführt hat, es war eine lächerliche Diskussion, die nur noch mehr Aufmerksamkeit auf die Verfügbarkeit dieses alternativen Produktes gelenkt hat und dem Konsumenten ist doch nun wirklich egal ob Hafermilch oder Hafer “Drink” draufsteht.
Grundsätzlich verstehe ich den Ansatz des Gesetzgebers auch treffende Bezeichnungen zu erzwingen, die klassische Tierprodukte Industrie unterliegt den gleichen Vorgaben, aber ob das ganze nun Milch ist oder etwas, dass zwar keine Milch ist aber genau so verwendet werden kann ist nun wirklich affig.
Aber Bärchenwurst?!
Gesichtswurst gibt’s auch noch
Also hör mal, man kann sich auch an der Diskussion beteiligen, ohne bayrische Politiker zu beleidigen!!
Das finde ich eine gute Idee.
Auch Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) hatte sich für die Initiative ausgesprochen. “Wir wollen, dass die Konsumentinnen und Konsumenten auf den ersten Blick unterscheiden können zwischen tierischen Lebensmitteln und hoch verarbeiteten Industrielebensmitteln”
Ah, also werden die Begriffe “vegan” und “vegetarisch” endlich EU-weit gesetzlich geschützt damit nicht jeder einfach die Begriffe verwenden kann, obwohl da tierische bzw. nicht-vegetarische Stoffe enthalten sind? Nein, offenbar nicht.
Tierische Lebensmittel sind übrigens ebenfalls oftmals hochverarbeitet. Die Unterscheidung zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln fällt dadurch also nicht auf ersten Blick leichter.
Kritik kam am Freitag vom SPÖ-EU-Abgeordneten Günther Sidl: “Diese Herumbastelei an klar gekennzeichneten vegetarischen oder veganen Produktbezeichnungen kann sich die EU-Kommission sparen.” Für ihn sei die Debatte eine “klare Themenverfehlung”, sagte Sidl am Freitag der APA.
Zustimmung meinerseits. Wer Bürger für mündig genug hält die Kenntnisse eines studierten Chemikys zu haben, um sämtliche Inhaltsstoffe auf einer Zutatenliste zu verstehen, und wer zeitgleich erwartet, dass man genug Jurakenntnisse hat, um die AGB des Supermarkts zu kennen und zu verstehen, den man beim Einkauf besucht, der darf auch erwarten, dass man in der Lage ist zu verstehen, dass “vegetarisches / veganes Fleisch” eben ein Ersatzprodukt auf (hauptsächlich) pflanzlicher Basis ist und eben kein tierisches Fleisch.
Wer letzteres nicht auf die Reihe kriegt, hat offenbar ohnehin genug Probleme im Leben, sodass der- oder diejenige nicht ohne Begleitung in den Supermarkt darf.
Ah, Haferdrink 2.0? Stimmt, war damals ja auch sehr böse, das Milch zu nennen, dadurch ist sicher ein hoher Personenschaden entstanden.
Ich frage mich da ernsthaft, wen sowas juckt. Mag sein, das es Produktverordnungen gibt die die Beschaffenheit per DIN Norm vorgibt. Da sollte ein einfaches “Vegan” vorrangestellt reichen.
Andernfalls können wir auch gleich über Fleschkäse oder Wurstsalat diskutieren. Meine Güte…
Mich juckt das. Ich will manchmal vegane Alternativen kaufen und die Produktbezeichnungen helfen mir zu wissen, wofür ich die verwenden kann. Also für mich wäre es ein großer Rückschritt, weil es verwirrender wird.
Vertrau mir, das wird es nicht. Vegan ist ein klasse Marketingargument und wird so oder so zu lesen sein. Dann wird es halt der “vegane Gemüseknusperli” anstatt “veganes Chicken Nugget”.
Dein Beispiel ist halt genau das, was ich meine. “Vegane Gemüseknusperli” ist in meinen Kopf etwas ganz anderes als Vegane Chicken Nuggets. Bei “Gemüseknusperli” erwarte ich Erbsen und Möhren in Backteig, bei Chicken Nuggets ein Sojagemisch mit fleischiger Textur und salzigem Geschmack
Genau mein Gedanke. Es wirkt eher wie Schikane auf Staatskosten 😐
Dann heißen die halt Vibs, Vings und Vicken. 😆
Vicken McNuggets 😬
Versteh diese aufregung nicht, Vegane Produkte sind doch ohnehin immer neben anderen Veganen Produkten, zumindest in den Supermärkten die ich regelmäßig frequentiere; Da ist halt null Verwechslungsgefahr.
Naja aber vielleicht will man ja die Carnivore schützen.